2. Die Umsetzung – Wertpapierkauf

  • Die Qual der Wertpapierwahl
  • Die Wette von Warren Buffett
  • Video: Wertpapier kaufen
  • Ausblick

Mit der Depoteröffnung wäre der 1. Schritt geschafft. Jetzt kann es losgehen mit dem Wertpapierkauf. Oder doch nicht? Der Begriff Wertpapiere deckt viele verschiedene Anlageklassen wie Anleihen, Aktien, Währungen und Rohstoffe mit einer riesigen Anzahl verschiedener Produkte wie Fonds, Direktinvestments und Derivaten ab. Bei diesem überwältigenden Angebot fällt die Auswahl schwer und man kann dadurch in seinem Handeln mitunter gelähmt sein. Stellt sich also die Frage: „Was soll man nur kaufen?“

Glücklicherweise gibt es auf diese Frage eine klare Antwort. Sie lautet: „ETFs!“ Das ist jetzt natürlich leicht gesagt, insbesondere wenn man gar nicht weiß, was das überhaupt ist.

 

Kenne mich nicht aus: Was sind ETFs?

 

Am Ende des Beitrags findet Ihr einige Definitionen der im folgenden verwendeten Begriffe.
ETFs sind Investmentfonds mit geringen Gebühren, die die Entwicklung eines Aktienindex nachvollziehen. Für die, die sich nicht auskennen, sind sie das beste Investment an der Börse – oh, und für die, die sich auskennen übrigens auch…

Glaubt nicht mir, glaubt Warren Buffett. Für die, die sich fragen, wer zum Geier das ist: Warren Buffett ist ein 86jähriger, us-amerikanischer Milliardär, der sein Vermögen an der Börse verdient hat. Er gehört zu den zehn reichsten Menschen der Welt.

Warren Buffett ist der Meinung, dass Berater einen nur übers Ohr hauen, oder zumindest zu teuer sind. Um diese Meinung zu bestätigen ist er 2007 eine Wette 09.12.2014 – wiwo.de eingegangen: Er hat mit Ted Seides, dem Manager des New Yorker Hedgefonds Protégé Partners gewettet, dass dieser es in einem Zeitraum von 10 Jahren nicht schafft, nach Abzug aller Gebühren, eine bessere Rendite zu erzielen als amerikanische Aktien im Durchschnitt. Ted Seides hält dagegen und ist überzeugt, das mit seinem Hedgefonds zu schaffen. Der Verlierer wird eine Million US-Dollar an einen wohltätigen Zweck spenden.

Beide legten am 01.01.2008 320.000 US-Dollar an: Warren Buffett in den ETF “Vanguard 500 Index Fund Admiral Shares”, der sich genauso wie der Aktienindex S&P 500 entwickelt und jährlich eine Gebühr von 0,05% der Anlagesumme kostet. Um die durchschnittliche Entwicklung amerikanischer Aktien zu ermitteln ist der amerikanische Aktienindex S&P 500 gut geeignet. In Deutschland gibt es leider keinen Index, der den Aktienmarkt in vergleichbarer Breite abbildet und auf den es ETFs gibt. Daher vereinfache ich hier etwas indem ich sage, dass in Deutschland der DAX in etwa dem S&P 500 entspricht.

Ted Seides kann mit seinem Hedgefonds in alle möglichen Anlagen investieren. Er hat sich dazu entschieden, in fünf andere Hedgefonds zu investieren. Übliche Gebühren bei Hedgefonds sind jährlich 2% der Anlagesumme plus 20% der erzielten Gewinne.

Die Wette läuft noch bis Ende 2017.

Aber bitte glaubt auch nicht Warren Buffett, sondern den nackten Zahlen:

Nach acht Jahren, hier der Zwischenstand vom 16.02.2016

Zwischenstand Warren Buffett Wette passives Investitionsansatz schlägt Hedgefonds

Dieses Zwischenergebnis ist übrigens kein Zufall. In Studien wird immer wieder nachgewiesen, dass es Fondsmanager langfristig nicht schaffen, den Markt zu schlagen (z. B. 15.06.2012 – faz.net).
Ein ETF also.
 

Schaffe schaffe Häusle baue? – Nee, Wertpapiere kaufe!

 
Dann muss jetzt nur noch entschieden werden, auf welchen Index. Da dieses Blog das Ziel hat, die Aktienkultur in Deutschland zu fördern, werde ich in diesem Beispiel in einen ETF auf den DAX investieren. Dazu lege ich einen Sparplan an, mit dem ich jeden Monat für 25 EUR Anteile an dem ETF kaufe. Gegenüber der einmaligen Anlage eines größeren Betrags hat das vor allem den Vorteil, dass man für den ersten Kauf nur 25 EUR braucht. Außerdem wirkt diese Vorgehensweise dem Problem entgegen, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, denn es wird ja zwölfmal im Jahr gekauft. Daraus ergibt sich dann ein durchschnittlicher Einstiegskurs, durch den sich die Folgen von schlechtem Timing abmildern, was jedoch auch gleichzeitig bedeutet, dass die Vorteile von gutem Timing nicht voll genutzt werden. Dies ist meine einfache Form des Risikomanagements, um negative Erfahrungen für Börsenneulinge möglichst zu minimieren.

Tja, herzlichen Glückwunsch, so einfach geht das. Zweiundzwanzig Minuten Video und eine Woche zwischen Depoteröffnung und fertigem ETF-Sparplan. Den Rest erledigt die Zeit. Was bleibt jetzt noch, worüber ich schreiben soll?

Auf jeden Fall war es das noch nicht mit der neuen Aktienkultur. In der Kategorie Schnellstart ist der Weg für den Sparer an die Börse ja bewusst sehr kurz dargestellt. In den folgenden Beiträgen werde ich mich einigen der angeschnittenen Themen etwas ausführlicher widmen, so dass hier ein netter kleiner Leitfaden für Einsteiger entsteht.

 

Quellen

 
Eine gute Zusammenfassung liefert dieses Video
 

Quelle: dirk.org

 
Mit der Artikelserie Einstieg auf dem Weg zur Börse – Vom Sparer zum Aktionär bietet die Börse Frankfurt eine ähnliche, etwas ausführlichere Anleitung mit Videos an.


Ein Investmentfonds ist ein Finanzprodukt, bei dem viele Anleger ihr Geld in einen Topf geben, und durch einen Fondsmanager mit diesem Topf Aktien von mehreren Unternehmen gekauft werden. Man besitzt dann Fondsanteile und kann so bereits mit kleinen Summen „das Risiko streuen“, also anstatt nur von der Entwicklung einer Aktie abhängig zu sein, sein Geld in mehreren Aktien anlegen.

Ein Hedgefonds ist eine besondere Art von Investmentfonds. Diese sind weitestgehend unreguliert und dürfen nicht nur in Aktien investieren, sondern auch in alle anderen Arten von Investments, wie z. B. Währungen, Anleihen, Derivate mit denen man auch von fallenden Kursen profitieren kann, Rohstoffe, etc. Solche Investments können mit hohen Risiken verbunden sein, und ermöglichen gleichzeitig auch höhere Renditen. Da sie auch besonders hohe Gebühren verlangen, richten sich Hedgefonds an professionelle Investoren und sehr reiche Leute. Für „normale“ Anleger sind sie nicht zugänglich.

Ein Aktienindex ist eine nach bestimmten Kriterien zusammengestellte Liste von Aktien, die an der Börse gehandelt werden. An der Änderung des Indexstandes kann auf einfache Weise die Entwicklung der im Index enthaltenen Unternehmen abgelesen werden. Indizes werden für bestimmte Regionen oder Branchen gebildet.

Ein ETF (Exchange traded funds, börsengehandelter Investmentfonds) oder auch Indexfonds ist ein Investmentfonds ohne Fonds-Manager. Er bildet einfach nur die Entwicklung eines Aktienindex ab, daher verlangt er auch viel geringere Gebühren als ein klassischer, „aktiv gemanageter“ Investmentfonds.

Der DAX (Abkürzung für Deutscher Aktienindex) ist der bedeutendste deutsche Aktienindex. Er spiegelt die Entwicklung der 30 größten (nach Wert) und umsatzstärksten (nach Handelsumsatz der Aktien) Unternehmen wider, die an der Frankfurter Börse gehandelt werden.

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