FED 2019 Pause?

Zentralbanken bewegen mit ihren Entscheidungen zur Geldpolitik die Märkte. Zuletzt konnte man das sehr gut an der us-amerikanischen FED sehen. Hier mal eine kleine Chronik.

 

19.12.2018: US-Notenbank erhöht Zinsen – trotz Druck von Trump (sueddeutsche.de)

Damit wurden im Jahr 2018 die Leitzinsen in den USA viermal auf 2,25 bis 2,5% angehoben. Eine rationale Sache vor dem Hintergrund der extrem lockeren Geldpolitik in der Folge der Finanzkrise von 2008. Und Teil eines durch die Notenbanker angekündigten Plans, die gute konjunkturelle Lage für diese Normalisierung zu nutzen. Die Kommentierung sah weitere, graduelle Zinsschritte vor, sofern die Wirtschaftsdaten diese zulassen. Im Vorfeld der Zinsentscheidung war spekuliert worden, dass die Zinserhöhung ausbleiben bzw. zumindest verschoben werden könnte. Anlass dafür waren die wiederholten Beschwerden von Donald Trump über den Kurs der FED.

Der Dow Jones Index reagierte mit einem Kursrutsch von -5,29% bis zum 21.12.2018 auf 22.323,66 Punkte.

 

10.01.2019: Fed-Chef sieht keinen Grund zur Eile bei Zinserhöhung (handelsblatt.de)

Hatte die Notenbank mit der Zinserhöhung vor Weihnachten noch Stärke bewiesen, kündigte ihr Präsident wenig später an, bei der Normalisierung des Zinsniveaus keiner starren Regel folgen zu wollen. Damit gemeint war die Prognose, die der Rat der Fed-Direktoren herausgibt. Diese dient jedoch nur Informaionszwecken und ist nicht bindend. Sie sah für 2019 zwei weitere Zinserhöhungen vor. Fed-Präsident Powell betonte die Geldpolitik flexibel an der anhand von Daten bewerteten Wirtschaftslage ausrichten zu wollen. Der Markt reagierte darauf mit Kursgewinnen, was nicht weiter überrascht, wenn man diese Aussagen so auslegt, als werde dadurch die Aussicht auf Zinserhöhungen kassiert. Aber wurde sie das denn?

Tatsächlich hat Powell doch nur gesagt, dass die Fed mit ihrem Zinskurs auf die Daten reagieren will. Heißt, wenn die Konjunktur nachgibt, keine Zinserhöhungen oder sogar Senkungen, wenn sie aber anzieht, oder die Inflation – Zinserhöhungen. Die Zentralbank wird sich also wie eine Zentralbank verhalten.

Der Dow Jones beendete den Handelstag bei 24.001,92 mit 0,51% im Plus.

 

30.01.2019: Fed signalisiert Abkehr von der straffen Geldpolitik (faz.net)

Am Tag der Notenbanksitzung wurden die Zinsen nicht erhöht und das was bereits bekannt war wurde bestätigt. Nämlich, dass die Fed auf die Daten reagieren will. Und witziger Weise gab es auf Grund des Regierungs-Shutdowns weniger Daten als sonst. Keine Daten, keine Zinsschritte, die Fed also im Blindflug? Vielleicht ja, allerdings hatte für die Januar-Sitzung sowieso keiner mit einer Zinserhöhung gerechnet. Aber rein von der Betonung der Vorgehensweise her, müsste man es so sehen.

Der Dow Jones jedenfalls gewann +1,77% auf 25.014,86 Punkte.

 

Fazit

Und weil die Zentralbanken wie veranschaulicht die Märkte bewegen, lohnt es sich, sich Gedanken darüber zu machen, was sie wohl als nächstes tun werden.

Konsens ist, dass es dieses Jahr keine Zinserhöhungen der Fed geben wird, vielleicht eine oder sogar mehrere Zinssenkungen. Inwiefern dass zum angekündigten Kurs der Fed passt muss sich jeder selbst überlegen. Die zuletzt veröffentlichten Daten deuten zumindest auf eine robuste Konjunktur hin.

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