Meine kleine Börsenpsychologie

Die Kurse fallen, und jetzt?

 
Jetzt kommt es darauf an, welchen Investmentstil man pflegt. Bei einem aktiven Ansatz hat man bzw. sollte man mit einem Risiko- und Moneymanagement Regeln haben, die Positionsgrößen und Stop-loss-Marken festlegen, und dadurch steuern wieviel Kapital maximal verloren gehen kann.

Wenn man ausschließlich nicht benötigtes Kapital investiert und die Geldanlage mit einem ausreichend langfristigen Zeithorizont von mindestens 15 Jahren angeht, dann braucht man bei einem passiven Ansatz keinen Plan B für fallende Kurse. Bei einem Sparplan wirkt der Durchschnittskosteneffekt, d. h., dass man für seinen festen Sparbetrag bei niedrigeren Kursen mehr Anteile erwirbt. Ziehen die Kurse wieder an, kompensiert die so vergrößerte Position einen Teil eventuell aufgelaufener Verluste des Bestands.

Klar kann es wehtun, wenn man gerade erst einen Sparplan eröffnet hat, und nach kurzer Zeit bereits im Minus hängt. Dass ist auch der Grund, warum ich mir nicht sicher bin, ob es bei einem DAX-Stand von gut 12.000 Punkten im Moment der richtige Zeitpunkt ist loszulegen. Denn tritt genau der Fall ein, dass es erstmal scharf nach unten geht mit den Kursen, kann das den Einsteiger erschrecken. Dann gilt es umso mehr, sich seinen langen Zeithorizont ins Gedächtnis zu rufen, Vertrauen zu haben, dass eine Erholung kommt und das Tal auszusitzen.

Wer etwas mehr Sicherheit will, der kann eine Stop-loss-Order aufgeben, um seinen maximalen Verlust zu begrenzen. Das birgt jedoch die Gefahr, dass man diese zu eng setzt und seine Anlage zu früh auflöst. Letztlich weiß man nie wie es kommt und jeder muss das für sich entscheiden.
 

Der Geldanlagebaum

 
Ich persönlich mache es so: Ich ziehe den Vergleich zu einem Baum. Wenn man den pflanzt, ist der auch winzig und wächst mit der Zeit heran, bis er irgendwann riesig ist. Tatsächlich habe ich diese Kiefer an einer Stelle gepflanzt, an der ich regelmäßig vorbeikomme. Das erinnert mich dann immer daran, das langfristige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
 
Geldanlagebaum
 
Ich weiß, dieser Stengel ist nicht sonderlich beeindruckend. Ich habe ihn 2012 als Setzling aus dem Wald von Verwandtschaft in Thüringen mitgebracht. Der Baum war sogenannter Anflug, also eine Pflanze, die nicht gesät wurde, sondern durch natürliche Verbreitung wuchs. Ich kannte das Wort vorher auch nicht in dem Zusammenhang, finde es aber ganz cool. Da war die Kiefer nur halb so groß.

Wenn man so an die Sache herangeht, hat man ein entspanntes Leben und kann ruhig schlafen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil eines Sparplans gegenüber dem aktiven Ansatz, der Zeit kostet um die Kurse im Auge zu behalten und zeitweise auch zu emotionaler Anspannung führen kann, wenn man sich in einem Tal befindet. Davor ist man auch mit dem besten Risiko- und Moneymanagement nicht gefeit.

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